NN: Idi i smotri - Komm und sieh (Elem Klimov)

Sonntag, 08.07., 16 Uhr »Zentrum Weissenburg«, Weissenburgstr. 28A, Stuttgart-Mitte

Idi i smotri - Komm und sieh (Elem Klimov)
Antikriegsfilm UdSSR 1985, 146 Min.
Russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

“Der Film zeigt, brutal wie kaum ein anderer, den Terror des Nazikriegs und den Widerstand dagegen. ´Hätte ich alles gezeigt, hätte nicht mal ich das anschauen können´ (Elem Klimvo).” (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG München)

»Komm und siehe zu!«, heißt es in der Johannes-Apokalypse. Die Kraft der Bilder, etwas zu offenbaren, hängt auch mit der Bereitschaft des Publikums zusammen, etwas sehen zu wollen. Elem Klimov arbeitet nicht mit der Autorität des Authentischen, sondern präsentiert eine Welt der subjektiven Schocks. Die NS-Verbrechen in Belorussland 1943 werden aus der Perspektive des zwölfjährigen Fljora erlebt, der sich der Partisanenbewegung anschließt, den Genozid deutscher SS- und SD-Einheiten an den Bewohnern eines Dorfes mitansehen muss und am Entsetzen (heran)wächst. Die traumatischen Situationen beziehen ihre Wirkung aus halluzinatorischen Bild- und Tonfolgen. Der Gehörsturz, den Fljora nach einem Granatenbeschuss erlebt, das zuckende Auge einer sterbenden Kuh im Trommelfeuer und rückwärts laufende Archivsequenzen, die nach dem Ursprung des Grauens fragen, suchen in der Filmgeschichte ihresgleichen. (Matthias Wittmann)

Literatur:

  • Adamovich, Ales. Stätten des Schweigens. Köln. 1985.
  • Adamovich, Ales/Klimov, Elem. Geh und sieh – Szenarium. In: Schriftreihe der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR „Konrad Wolf“ (Hrsg.). Nr. 30. Berlin. 1987. S. 51-142
  • Benz, Wolfgang/Kwiet, Konrad/Matthäus, Jürgen (Hrsg.). Einsatz im „Reichskommissariat Ostland“: Dokumente zum Völkermord im Baltikum und in Weissrussland 1941-1944. Berlin. 1998.
  • Bykau, Wassilj. Nach diesem Film wird es schwer sein, Filme über den Krieg zu machen. In: Akademie der Künste (Hrsg.). Elem Klimov Werkschau. Berlin. 1987. S. 25
  • Linnemann, Mikko. Stätten des Schweigens - Komm und siehe. PDF bei www.gegenfeuer-produktionen.de
  • Gerlach, Christian. Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weissrussland 1941-1944. Hamburg. 1999.
  • Herlinghaus, Hermann. Wir können dem Zuschauer nur sagen: Bitte haben Sie Geduld und trauen Sie sich zu, die Augen nicht von der Leinwand zu lassen! - Gespräch mit Ales Adamovich und Elem Klimov. In: Schriftreihe der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR „Konrad Wolf“ (Hrsg.). Nr. 30. Berlin. 1987. S. 16-50
  • Kohl, Paul. Der Krieg der deutschen Wehrmacht und der Polizei 1941-1944. Sowjetische Überlebende berichten. Frankfurt/Main. 1995.
  • Seaton, Albert. Der russisch-deutsche Krieg: 1941-1945. Frankfurt/Main. 1973.
  • Stiglegger, Marcus - Alte und neue Vorstellungen von einem Schreckensort. Ein filmhistorischer Abriss (Weblink)
  • Stiggleger, Marcus - Rezension (Weblink)

2 Kommentare zu “NN: Idi i smotri - Komm und sieh (Elem Klimov)”


  1. 1 Corto 9. Jul 2007 um 12:58

    Und? Wie war der Film?

  2. 2 Tina 13. Apr 2008 um 12:53

    Film echt gut.

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Fremdveranstaltungen

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Frau Steinbachs falsches Opferbild - Die NS-Vergangenheit des “Bundes der Vertriebenen” und seine fragwürdige Interpretation der deutschen Geschichte
Vortrag und Diskussion mit Erich Später; Mittwoch, 21. Juli 2010, 19 Uhr im Gewerkschaftshaus, Kleiner Saal; Willi-Bleicher-Straße, Stuttgart-Stadtmitte
Am 5. August will der “Bund der Vertriebenen” mit hoher Politprominenz und entsprechender Medienaufmerksamkeit einen “Festakt” im Stuttgarter Neuen Schloss inszenieren. Gefeiert werden soll “60 Jahre Charta der Heimatvertriebenen”, die 1950 in Stuttgart verkündet wurde. Ein Grund, dieser Selbstinszenierung chronischer Geschichtsfälscher entschieden entgegen­zutreten und sich des bis heute verhängnisvollen Wirkens des BdV bewusst zu werden. Weitere Informationen. Eine Veranstaltung der Gruppe Emanzipation und Frieden.

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Buchvorstellung und Diskussion mit dem Autoren Henning Böke: Maoismus
Freitag, 25.04.2008, 19.00 Uhr - Subversiv (Burgstallstr. 54, Stuttgart-Heslach)
“Mit seinem eigenständigen Sozialismus, der sich von dem der Sowjetunion scharf abgrenzte, bildete das China Mao Tse-tungs um 1970 einen bedeutenden Bezugspunkt für Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt wie für die progressive Intelligenz im Westen: Der Maoismus war damals eine maßgebliche linke Strömung, mit der großen Hoffnung auf ein alternatives Gesellschaftsmodell jenseits von Kapitalismus und bürokratischem Staatssozialismus verbunden waren.” (theorie.org)

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Perspektiven für eine zeitgemäße feministische Politik (Referentin: Frigga Haug)

    Donnerstag, 20. März 2008 um 20 Uhr, im Subversiv (Burgstallstraße 54, Stuttgart-Heslach)

“Rosa Luxemburg und die Kunst der Politik” lautet das jüngst erschienene Buch von Frigga Haug, das im Rahmen dieses Vortrags eingehender vorgestellt
und hinsichtlich seiner feministisch-politischen Aktualität beleuchtet werden soll.

(Veranstaltergruppe: noya)

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